Wie ich vom Laufvirus infiziert wurde

Alles fing an, als ich infolge eines Kreuzotternbisses (ja, es gibt noch Kreuzottern in Deutschland!) im Frühjahr 2003 einige Wochen krank war.

Als ich mich das erste Mal wieder vor die Haustür wagte, wunderte ich mich über die vielen Menschen in unserer an fußballfreien Tagen sehr ruhigen Gegend am Olympiastadion. Um der Sache auf den Grund zu gehen, wagte ich mich bis ins Zentrum des Geschehens und fand mich am Zieleinlauf des 25km-Laufes wieder, der 2003 noch außerhalb des Stadions stattfand.

Das Wetter war toll, die Stimmung auch. Ich stand noch wackelig auf den Beinen am Absperrzaun und sah den LäuferInnen zu, die nach 2:15 - 3:15 h ins Ziel kamen. Die sahen auch nicht viel sportlicher aus als ich (jedenfalls vor dem Schlangenbiss)! Da waren Dünnere und Dickere und Jüngere und Ältere und welche, die noch locker liefen und welche, die hart kämpften. Und alle wurden angefeuert und sahen dann im Ziel total happy aus! Es war für mich ja auch unglaublich: Diese Leute waren 25 km gelaufen! Am Stück! An diesem Vormittag, an dem ich von den Siechenden auferstanden war und mich gerade einen Kilometer weit geschleppt hatte! Aber ich hatte unzählige Laufbazillen abgekriegt.

Jedenfalls wurde ich wieder gesund und fing ein paar Wochen später an, mal so 15 min durch den Wald zu „laufen“. Bis zum Grunewald (800m) und zurück musste ich mit dem Auto fahren - diese Strecke hätte ich nicht auch noch bewältigt! Aber nach und nach konnte ich meine Runde laufen, ohne Gehpausen einzulegen. Die anfangs schlimmen „Berge“ verflachten zusehends. Irgendwann konnte ich das Auto zu Hause lassen und noch eine Runde dazugeben oder neue Strecken erkunden. Jetzt fing auch mein Liebster, der vor unserer Zeit viele Marathons gelaufen war, wieder an zu laufen. Wir haben nun ein gemeinsames Hobby mit tollen Zielen.

 

Kreuzotter

Kreuzotternbisse sind extrem selten. Leider war man an der Uniklinik Rostock ziemlich hilflos, trotz täglicher Rücksprachen mit dem Giftnotruf Erfurt. Ich bekam kein Serum, weil man einschätzte, dass ich den Biss so verkraften werde und bei Serumgabe die Gefahr einer allergischen Reaktion bestünde. Dafür schwoll dann mein  linker Arm und die linke Seite stark an, ich wurde mehrfach bewusstlos und musste eine Woche auf der Intensivstation bleiben. Für die Serumgabe war es zu spät, als diese starken Symptome auftraten.

 

Giftnotzentrale Erfurt

 

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© berlin-runner Katrin