Runatolia 01.03.2015

Die Türken sind keine Skandinavier...

 

zumindest was gesittetes Anstellen betrifft. In Antalya am Start wurde ordentlich gedrängelt. Ein Start wie in Göteborg, wo 45.000 Läufer geduldig warteten, bis ihr jeweiliger Block gestartet wurde, wäre hier nicht möglich. Trotzdem gibt es an der Organisation des Laufes nichts auszusetzen. Wir erhielten bei der Startnummernausgabe sogar ein Blatt in Deutsch mit allen Informationen zum Lauf. Fast allen...

 

Bernd lief Marathon, ich Halbmarathon und wir kamen gemeinsam mit unseren Lauffreunden Petra (10km) und Thomas (HM) etwa 10 min vor dem Start am Startblock an. Von unseren Hotel (SU) aus konnten wir zum Start laufen, das war prima. Die Kleiderbeutelabgabe klappte einwandfrei. Die Kleiderbeutel wurden in einer riesig großen Glaspyramide abgegeben, wo man sich bei schlechtem Wetter auch hätte aufhalten können. Nur an den Toiletten die übliche Schlange, dort dauerte es mindestens 10 Minuten.

 

Im Startblock wurde die Nationalhymne gespielt und alle sangen lautstark mit. Das war beeindruckend und klang toll. Gänsehaut! Dann ging es los. Es standen etwa 2.800 Läufer am Start, 600 Marathonis und 2.200 Halbmarathonis. Obwohl wir ziemlich weit vorn standen, war das Tempo sehr langsam, 6:40 min/km. Nach ca. 800 Metern konnte man dann sein Tempo laufen. Kurz nach km 1 kamen wir an die Küste und dort gab es ein öffentliches WC. Ah, nun ging es besser. Die Strecken für alle Läufe (10, 21 und 42 km) führen alle auf der Küstenstraße als Wendestrecke entlang. Auf dem Streckenplan sieht die Strecke fast eben aus, aber in Wirklichkeit gab es immer wieder langgestreckte Hügel.

 

Ich hatte mir zeitmäßig gar nichts vorgenommen, außer, dass es nicht über 2:30 h sein sollten. Das Laufen fühlte sich gut an, das Wetter war (noch) perfekt, Sonne, ca. 14 Grad, immer mal ein Lüftchen vom Meer. Später wurde es wärmer, etwa 17 Grad, aber das bekam nur Bernd noch mit. Zwei Mal überholte das Läuferfeld Läufer an Holzkrücken, einen Mann und eine Frau. Alle, die jeweils vorbeiliefen, klatschten, so dass ein Dauerklatschen entstand. Wieder Gänsehaut!

 

Die Strecke war neu und interessant für mich, immer mal standen Musiker in Tracht am Straßenrand. Ich hatte viel zu schauen und fotografierte auch. Wasser gab es gefühlt andauernd – laut Veranstalter alle 2,5 km. Vorbildlich. Etwa 800m vor der Wende kam mir Thomas entgegen. Ich hatte noch nicht damit gerechnet, er lag super in der Zeit. Dann war ich schon an der Wende und ab da hatte ich den Eindruck, ich würde nur noch überholen. Alles lief leicht und ich hatte Spaß. Wow! Ich war ganz verwundert darüber. Später stellte ich fest, dass ich sogar einen negativen Split hatte – wenn auch nur um eine Minute. Na ja, ich hatte zuvor auch 3kg abgenommen und außerdem neue, ganz andere Schuhe (Mizuno Wave Inspire statt Asics GT2000), die mir offensichtlich liegen. Gesund und fit – wie schön is dit!

 

Bei km 18,5 sah ich weit vorn etwas, das wie Thomas mit dem Bernau-Shirt aussah. Konnte das wahr sein? Ich brauchte eine Weile bis ich an ihm dran war, dann liefen wir gemeinsam weiter. Das heißt, Thomas gab jetzt nochmal Gas und ich gab alles, um dran zu bleiben. Der letzte km war mit 6:01 min der Schnellste! So hat Thomas es geschafft, uns beide in 2:19h ins Ziel zu bringen. Eine sehr gute Zeit für mich, die in im ganzen letzten Jahr nicht gelaufen bin.     

Ich ging dann schnell zum Hotel, duschte und kam wieder zur Strecke, um bei Bernds Zieleinlauf dabei zu sein. Es war warm , die Sonne schien, ich genoss es. Zwei Minuten später als erhofft kam Bernd dann (4:02h) und erzählte, dass er nach der Anzeige seiner Uhr (Durchschnitts-Pace über alles) sicher war, es unter 4 Stunden zu schaffen. Deshalb hatte er sich gar nicht so sehr verausgabt. Da muss demnächst eine andere Anzeige her!

 

Auf einem Bildschirm konnte man sich seine offizielle Zeit und die Platzierung anzeigen lassen. Da sahen wir, dass Bernd 2. in M70 geworden war. Wir holten unsere Zielverpflegung ab und gingen ins Hotel. Wir wussten leider nicht, dass es eine Siegerehrung nach Altersklassen und einen Pokal für die jeweils ersten Drei gibt. Das erfuhren wir erst zwei Tage später und machten uns auf den Weg zum Veranstalter, bei dem Bernd tatsächlich noch den Pokal erhielt.

 

Wir hatten dann noch drei volle Tage Zeit, Antalya und mit dem Mietwagen die wunderschöne Umgebung zu erkunden. Wir waren in Termessos, einer dreitausend Jahre alten lykischen Stadt in den Bergen, in Phaselis, einer griechischen Stadt am Meer, in Perge, einer sehr großen römischen Stadt mit einzigartigem Stadion und mit der Seilbahn auf dem 2.365m hohen Tahtali, wo hoher Schnee lag. Im Hotel haben wir uns so richtig wohl gefühlt, es gab Sauna, Whirlpool, einen tollen modernen Fitnessraum und super lecker Essen. Wir kommen bestimmt wieder.

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© berlin-runner Katrin