Zwei 100km Läufe im Sommer

Bericht Lüneburg Ultra 100 km am 15.06.19

 

Am 15.06. nahm Bernd die 100km in Lüneburg unter die Füße. Der Lauf dort fand zum 2. Mal statt. Zu der sehr angenehmen Zeit um 7 Uhr sollte in der Fußgängerzone gestartet werden. Leider sah man schon beim Aufstehen um 5:30h auf dem Wetterradar, dass starker Regen und Gewitter im Anmarsch sind. Ab 6:30h goss es dann auch und gewitterte genau über Lüneburg. Der Start wurde daraufhin um 30 min verschoben. Klasse, dass der Veranstalter den Lauf startete, obwohl es noch sehr regnete und etwas entfernt gewitterte.  Zum Glück war es nicht allzu kalt.

 

Es starteten nur 69 Läufer und 23 Läuferinnen auf der Ultrastrecke, von denen nur 54 bzw. 19 ins Ziel kamen. Etwa ein Viertel der Starter erreichte das Ziel nicht.

 

Die Strecke war wirklich schön und verlief auch mitten durch das Naturschutzgebiet. Allerdings war die Strecke viel hügeliger als wir angenommen hatten. Wir hatten eine flache Gegend erwartet! Bernd hatte am Ende 674 Höhenmeter auf der Uhr. Trotz des verschobenen Startes regnete es noch 2,5 Stunden lang heftig weiter. Sandwege waren aufgeweicht, es gab Riesenpfützen. Nachdem es aufgehört hatte zu regnen, wurde es tropisch. Sehr warm und hohe Luftfeuchtigkeit. Keine einfachen Bedingungen. Vielleicht deshalb auch die hohe DNF-Quote. Auch die Verpflegung war nicht optimal. Es gab etwa alle 10 km Verpflegungspunkte (auch auch die Wechselpunkte für die Staffel waren). Nur außer Bananen und Riegel von Edeka, manchmal Gummibären und Salzbrezeln, gab es nichts. Dafür waren zwischen den Verpflegungspunkten oft noch Getränkepunkte eingerichtet, das war sehr gut. Dass die Verpflegung verbesserungswürdig ist, hat der Veranstalter dann auch gemerkt und für 2020 Besserung versprochen. Die Streckenmarkierung war vorbildlich.

 

Auf der Strecke war es erwartungsgemäß besonders in der 2. Hälfte sehr einsam. Die Staffelläufer waren längst vorn und Einzelläufer gab es ja gar nicht so viele. Ab km50 war ich wieder auf dem Rad dabei und manchmal trafen wir kilometerlang keinen anderen Läufer. Die Landschaft war aber grandios. Heide, reedgedeckte Fachwerkhäuser, hin und wieder ein Kremser. Das letzte Drittel war selbst für Bernd nicht ganz einfach, er wurde recht schweigsam und war mit Durchhalten beschäftigt. Durchhalten und einfach weitermachen ist aber seine Spezialität und so lief er wie fast immer am Ende noch an so einigen Läufern vorbei. Auch dieser Lauf war dann irgendwann nach 13:40h vorbei. Für Bernds Altersklasse trotz allem eine grandiose Zeit! Im Ziel war nicht mehr viel los. Es war ja fast niemand mehr da. Wir erhielten jeder ein Bierchen und Riegel in die Hand gedrückt und sahen auch zu, dass wir in unsere Ferienwohnung kommen. Es war ja wieder einmal ein langer Tag.

 

Insgesamt ein schöner Lauf, Bernd hat vor, 2020 wieder zu kommen.

Bericht Thüringen Ultra  100km am 06.07.19

Am Freitag reisten wir an, bezogen unsere Pension im Herzogsweg in Friedrichroda, die direkt an der Laufstrecke etwa bei km 80 liegt und fuhren die 12 km nach Fröttstädt zur Startnummernausgabe. Dort trafen wir schon Peter und Jürgen, die in Fröttstädt zelteten und auch beim DLL dabei sein werden sowie Friedhelm, der die letzten 8 Etappen mitlaufen wird. Nach einem Schwätzchen und der obligatorischen Thüringer Bratwurst fuhren wir zurück in die Pension, bereiteten die Sachen für den nächsten Tag vor und gingen zeitig ins Bett. 


Der Wecker klingelte wie immer um 2:00 Uhr. Die Wettervorhersage war sehr gut, morgens 13 Grad und maximal 26 Grad. Sehr rechtzeitig um 3:20h waren wir am Startbereich. Es gab noch einen Kaffee, ein kurzes Briefing vom Veranstalter und schon war es 4:00 Uhr, los ging es. 


Ich fuhr um 6:30h mit dem Zug nach Friedrichroda, frühstückte in der Pension und bereitete das Fahrrad für die 50km Radbegleitung vor. Auf dem Tracker sah ich, dass Bernd recht schnell ist, auf den ersten 27km in einem Schnitt von 7:44min/km, obwohl es nur bergauf ging! Rechtzeitig war ich am Rastplatz bei km50. Conny Rohwedder und dann auch Peter und Jürgen kamen vorbei. Bernd musste mit dem Tempo nachlassen, dabei spielten auch Rückenschmerzen eine Rolle. 


Bald darauf kam er aber und es ging ihm auch wieder besser. Nun ging es zusammen weiter. Mehr oder weniger. Die ersten 4km verlief die Strecke ja bergab bis zum Verpflegungspunkt Floh-Seligenthal. Aber dann musste der Rennsteig wieder überquert werden. Das hieß etwa 6km Bergauf-Strecke. Ich musste sehr viel schieben und das Gelände war sehr schwer. Geröll und ausgewaschene Wege. Wie immer hatten wir vereinbart, dass Bernd dann vorweg läuft und ich ihn mit dem Rad irgendwann einhole. Das Einholen gelang erst weit nachdem der höchste Punkt erreicht war. Bernd lief wie ein Uhrwerk. Es gab keine Gehpausen, nur an den Verpflegungspunkten machte er kurz Halt. Die Strecke war wie immer schwer, bergauf und bergab und zum Teil sehr unwegsam. Das wilde Thüringen eben. Die Verpflegung war wie immer grandios. Brühe, Tee, Kaffee, Obst, Melone, Brote, selbst gemachte Leberwurst, Kartoffeln – was das Herz begehrt. 


Irgendwann war auch die üble Strecke zwischen Finsterbergen (km 76) und Friedrichroda (km 80) geschafft. Bernd holte ich wieder mal erst am Verpflegungsstand (mein Lieblingspunkt, es gibt immer Kaffee) ein. Jetzt wurde die Strecke echt besser, viel leicht bergab und gesittete Wege. Endlich konnten wir mal über längere Distanzen zusammen bleiben. Um km 90 herum gab es zwischen den Feldern nochmal schwere ausgewaschene Wege mit viel Geröll. Bernd lief weiterhin wie aufgezogen. Ich verlor abwärts in dem Geröll dann auch mal die Kontrolle über das Rad und stürzte. War aber zum Glück nichts passiert. Endlich der Verpflegungspunkt km 95 mit den Puschelmädchen und Super-Stimmung. Dort bekommen die Läufer nochmal etwas Schwung für die letzten 5km. Bernd merkte man fast nicht an, dass er schon so viele Kilometer in den Beinen hat. 


Dann musste ich auch schon vorfahren für ein gutes Zielfoto, was ich mal wieder gerade so schaffte. Auf den letzten Metern fängt Bernd immer an zu sprinten. Die Uhr stoppte nach 14:16h . Im Ziel war wie immer dort wieder viel los, es gab Suppe, Bier und ein Finisher-Shirt. Kaum hatte Bernd sein Finisher-Shirt an, wurde er auch schon zur Altersklassen-Siegerehrung gerufen. Prima! Von 246 Startern kamen 227 ins Ziel: 92%! Sehr gut. Das liegt sicher auch an der guten Organisation. 

 

In der Weltjahresbestenliste steht Bernd in der AK75 immer noch ganz vorn!

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© berlin-runner Katrin